Geschichte des Bagels

Ein Bagel, manchmal auch Beigel geschrieben (von englisch bagel oder beigel [ˈbeɪgəl], dieses von jiddisch בײגל bejgl oder bajgl bzw. in YIVO-Transkription beygl), ist ein handtellergroßes rundes Gebäck aus Hefeteig mit einem Loch in der Mitte. Bagel werden vor dem Backen kurz in Wasser gekocht. Das Loch in der Mitte beschleunigt den Kochvorgang und erhöht die Krustenbildung beim Backen.

Die 1610 erstmals in jüdischen Quellen in Krakau belegten Bagel entstanden vermutlich in Mittel- oder Osteuropa. Ende des 19. Jahrhunderts wurden sie von osteuropäischen jüdischen Einwanderern in den USA und Kanada eingeführt. Dort gehören sie seit den 1970er-Jahren zum Ernährungsalltag und verbreiteten sich seitdem als typisch amerikanisches Backwerk weltweit.

Ort und Zeitpunkt der Entstehung des Bagels sind unbekannt. Ringförmige Gebäcke sind seit alters her bekannt. Bereits ägyptische Hieroglyphen zeigen ein ringförmiges Gebäck. Auch für die Zubereitungsart ein Gebäck vor dem Backen kurz zu kochen, geht auf alte Traditionen zurück. Der älteste erhaltene Beleg, der Bagel erwähnt, sind Verordnungen der jüdischen Gemeinde Krakaus von 1610. Leo Rosten schreibt in seinem populären Buch The Joys of Yiddish von 1968, Bagels seien Frauen im Kindbett gegeben worden. Rostens vereinfachte Darstellung stützt sich auf den im Warschauer Ghetto verstorbenen polnisch-jüdischen Historiker Meir Balaban. Dieser Quelle nach hat es sich um ein gängiges Backwerk gehandelt, das zusammen mit Zopfbrot und Kuchen bei Familienfeiern angeboten wurde. Nach Claudia Roden geht der Bagel ebenso wie das Zopfbrot ursprünglich auf Süddeutschland zurück und hat seine definitive Form dann im jüdischen Polen erhalten.

Eine weitverbreitete Legende besagt dagegen, Bagel seien erst 1683 in Wien zu Ehren König Johann III. Sobieskis erfunden worden, der ein großer Pferdeliebhaber war. Der Name würde sich dann von Bügel (Steigbügel) ableiten.  Allerdings wird gemäß Barbara Kirshenblatt-Gimblett die gleiche Legende auch für die Erfindung anderer kulinarischer Errungenschaften kolportiert.

Einer anderen Legende zufolge wurden Bagel im 9. Jahrhundert in einer abgelegenen Gegend in Preußen erfunden, wo die christliche Bevölkerung den Juden das Recht, Brot zu essen oder zu backen absprach. Ein Erlass des lokalen Fürsten verfügte, dass nur als Brot gelten kann, was gebacken wurde. Die Juden hätten daraufhin den Teig statt zu backen, gekocht und leicht getoastet gegessen.

Eine weitere Erklärung gibt Joan Nathan, die sich auf die Familie Beigel, jüdische Bäcker aus Krakau, beruft. In Osteuropa waren viele Juden als Hausierer tätig und oft unterwegs. Nach den jüdischen Religionsgesetzen müssen vor dem Genuss von Brot die Hände gewaschen und ein Segensspruch über das Brot gesprochen werden. Durch das Kochen vor dem Backen hätten Bagel ihren Status als Brot verloren und konnten wie Teigwaren ohne vorheriges Händewaschen auch unterwegs gegessen werden, wo sauberes Wasser oft nicht verfügbar war.

Quelle Wikipedia 2019